Microsoft 365 Copilot, ChatGPT und Claude sind im Herbst 2026 die drei KI-Assistenten, nach denen Geschäftsführer im Mittelstand am häufigsten fragen. Alle drei schreiben, fassen zusammen, analysieren und beantworten Fragen. Die Unterschiede liegen weniger in der Textqualität als in der Frage, wo deine Daten liegen, wie die Werkzeuge verwaltet werden und was sie kosten. Dieser Artikel gibt dir einen Entscheidungsweg und einen Vergleichstest, mit dem du in zwei Wochen selbst prüfst, welches Werkzeug zu deinem Unternehmen passt. Ob ein Werkzeug in deine KI-Strategie für den Mittelstand passt, entscheidet sich nicht am Preis, sondern an deinen Aufgaben und deiner IT.
Was unterscheidet Microsoft 365 Copilot, ChatGPT und Claude?
Alle Preise in diesem Abschnitt sind Nettopreise pro Person und Monat, Stand 1. November 2026. Die Preise von OpenAI und Anthropic sind in US-Dollar angegeben. Prüfe die Euro-Preise und Laufzeiten vor dem Kauf im Angebot.
Microsoft 365 Copilot
Copilot ist in Microsoft 365 eingebaut, also in Outlook, Word, Excel, PowerPoint und Teams. Microsoft 365 Copilot Chat ist laut Microsoft für Nutzer berechtigter Microsoft-365-Abonnements ohne Zusatzkosten enthalten. Die Zusatzlizenz Microsoft 365 Copilot Business für Unternehmen bis 300 Nutzer kostet laut Microsoft 18,20 Euro bei jährlicher Zahlung, im Aktionszeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026 für bestehende Business-Kunden im ersten Jahr 15,60 Euro. Voraussetzung ist ein Microsoft-365-Business-Plan. Copilot zeigt laut Microsoft nur Unternehmensdaten, auf die die jeweilige Person mindestens Leserechte hat. Die Stärke liegt im Zugriff auf deine Mails, Dateien und Besprechungen. Mehr dazu steht im Artikel Lohnt sich Microsoft 365 Copilot für kleine und mittlere Unternehmen?.
ChatGPT Business
ChatGPT Business ist ein eigenständiger KI-Arbeitsplatz von OpenAI mit Verwaltung für Teams. Laut einem Bericht von The Decoder vom 11. August 2026 kostet ein Standard-Platz 25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung oder 20 US-Dollar bei jährlicher Zahlung. Zusätzlich gibt es Premium-Plätze für 125 beziehungsweise 100 US-Dollar mit fünffacher Nutzungskapazität. Standard- und Premium-Plätze lassen sich in einem Arbeitsbereich mischen.
Claude Team
Claude ist das Sprachmodell von Anthropic. Der Team-Tarif gilt laut Anthropic für 2 bis 150 Plätze. Ein Standard-Platz kostet 25 US-Dollar monatlich oder 20 US-Dollar bei jährlicher Zahlung, ein Premium-Platz 125 beziehungsweise 100 US-Dollar. Für Team und Enterprise gibt Anthropic an, dass Inhalte standardmäßig nicht zum Training der Modelle verwendet werden. Der Enterprise-Tarif kostet laut Anthropic 20 US-Dollar pro Platz und Monat bei jährlicher Zahlung, mindestens 20 Plätze, die Nutzung wird zusätzlich nach API-Preisen abgerechnet.
Wie triffst du die Werkzeug-Entscheidung in fünf Fragen?
Der folgende Entscheidungsweg ist unser Werkzeug für Geschäftsführer, die nicht auf Testberichte angewiesen sein wollen. Beantworte die Fragen der Reihe nach.
- Wo liegen deine Arbeitsdaten? Wenn Mails, Dateien und Besprechungen in Microsoft 365 liegen und die KI darauf zugreifen soll, spricht viel für Copilot. Wenn die KI vor allem mit Texten arbeitet, die deine Leute gezielt hineingeben, sind ChatGPT und Claude gleichwertige Kandidaten.
- Welche Aufgaben sollen zuerst unterstützt werden? Lege drei bis fünf konkrete Aufgaben fest, bevor du Werkzeuge vergleichst. Hilfe dabei gibt der Artikel Welche Aufgaben eignen sich zuerst für KI im Unternehmen?.
- Wer verwaltet Zugänge und Rechte? Ein Werkzeug, das deine IT nicht verwalten kann, wird zur Schatten-Lösung. Kläre, wer Konten anlegt, sperrt und Einstellungen setzt.
- Welche Verträge und Datenschutzunterlagen liegen vor? Ohne passenden Vertrag zur Auftragsverarbeitung gehören keine personenbezogenen Daten in ein Werkzeug. Was dabei gilt, beschreibt der Artikel KI und Datenschutz: Welche Daten dürfen in ChatGPT?.
- Was kostet ein Fehlkauf? Rechne nicht nur die Lizenz, sondern auch Einführungszeit und Laufzeitbindung. Der Artikel Was kostet KI im Mittelstand wirklich? zeigt den Rechenweg.
Was empfehlen wir den meisten Mittelständlern?
Unsere Empfehlung: Wenn dein Unternehmen Microsoft 365 nutzt, beginne mit dem enthaltenen Copilot Chat für alle, die mit Texten arbeiten. Er kostet keine Zusatzlizenz und schafft eine gemeinsame Grundlage. Kostenpflichtige Lizenzen, egal von welchem Anbieter, vergibst du danach gezielt an eine kleine Gruppe mit klaren Aufgaben.
Wir raten davon ab, drei Werkzeuge parallel freizugeben. Jedes zusätzliche Werkzeug verdoppelt den Aufwand für Regeln, Schulung und Datenschutzprüfung, und die Erfahrungen deines Teams lassen sich nicht mehr vergleichen. Teste höchstens zwei Werkzeuge gegeneinander und entscheide dich danach für eines als Standard.
Wie prüfst du zwei Werkzeuge in zwei Wochen?
Der Vergleichstest ist ein kleiner, strukturierter Pilot. So gehst du vor:
- Wähle drei bis fünf Personen aus verschiedenen Bereichen, die das Thema mögen und ehrlich urteilen.
- Lege fünf echte Aufgaben fest, die alle in beiden Werkzeugen bearbeiten, mit denselben Eingaben.
- Bewerte jedes Ergebnis auf einer Skala von 1 bis 5 nach drei Kriterien: Qualität des Ergebnisses, Korrekturaufwand und Zeitersparnis gegenüber der Arbeit ohne KI.
- Halte fest, welche Daten für die Aufgabe nötig waren und ob das Werkzeug dafür freigegeben ist.
- Werte nach zwei Wochen gemeinsam aus und entscheide für einen Standard.
Für die Bewertung kannst du diese Vorlage wortgleich verwenden:
Aufgabe: [Aufgabe]. Werkzeug: [Name]. Qualität 1 bis 5: [ ]. Korrekturaufwand 1 bis 5 (5 = kaum Korrektur): [ ]. Zeitersparnis 1 bis 5: [ ]. Benötigte Daten: [ ]. Freigegeben für diese Daten: ja/nein. Ein Satz, was gut war: [ ]. Ein Satz, was gefehlt hat: [ ].
Wenn du den Test größer anlegen willst, mit Ausgangswert und Messgröße, hilft der Artikel Wie plane ich ein KI-Pilotprojekt mit Messgröße?.
Wann passt dieser Rat nicht?
- Wenn dein Unternehmen Google Workspace statt Microsoft 365 nutzt, fällt der Integrationsvorteil von Copilot weg. Vergleiche dann die Werkzeuge, die zu deiner Umgebung passen.
- Wenn deine Branche besondere Vorgaben zu Datenstandort und Verarbeitung hat, etwa im Gesundheitswesen oder bei Berufsgeheimnisträgern, steht die rechtliche Prüfung vor jedem Test.
- Wenn vor allem Entwicklerteams KI nutzen sollen, gelten andere Kriterien, etwa Programmierwerkzeuge und Schnittstellen. Dafür ist dieser Vergleich nicht gedacht.
Was ist der nächste Schritt?
Die Werkzeugfrage ist eine Teilfrage. Wichtiger ist, welche Aufgaben im Unternehmen sich verändern sollen und wer das steuert. Wenn du diese Fragen mit deinem Führungskreis an einem Tag klären willst, ist der KI-Workshop für Geschäftsführung und Führungskreis ein möglicher Rahmen. Wie die Werkzeugwahl in deine KI-Strategie im Mittelstand eingebettet wird, besprechen wir gern im kostenloses Erstgespräch (15 Minuten).